Was ist eigentlich VoIP?

Telefongespräche finden mittlerweile zum Großteil über das Internet statt. Die Technologie, die das möglich macht, heißt Voice over IP (VoIP). Das bedeutet wörtlich, dass die Sprache beim Telefonieren über das Internetprotokoll transportiert wird. Doch wie genau muss man sich das vorstellen und welche Vorteile bietet VoIP

 

Der lange Weg zur Internettelefonie

Als Ende der 90er in der breiten Masse das Surfen mit einem 56k-Modem als Gipfel des technologischen Fortschritts galt, war paralleles Surfen und Telefonieren im Festnetz nicht möglich – es hieß entweder oder. Zwar konnte man seit der flächendeckenden Verfügbarkeit von ISDN ab 1995 durchaus surfen und telefonieren, allerdings sollte es bis zum Beginn des DSL-Zeitalters dauern, bis sich aus dem Feature ein nicht mehr wegzudenkender Standard entwickelte. 

Heute wird der Begriff VoIP hauptsächlich für die Festnetztelefonie über die Internetleitung verwendet. Streng genommen fällt aber jegliche Art der bidirektionalen Sprachkommunikation über das Internet darunter – so auch die Anruffunktionen von Skype & Co. Dass heute die Zahl der über das Internet geführten Festnetzgespräche weiter steigt, ist eine logische Konsequenz des voranschreitenden Breitbandausbaus und der damit einhergehenden Umstellung auf komplett IP-basierte Anschlüsse. 

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Was sind die Vorteile von VoIP?

Nach und nach stellen die großen Dienstleister ihr Angebot auf Internettelefonie um. Bis spätestens Ende 2017 wird in der Schweiz ausschliesslich mittels Internet Telefonie - VoIP telefoniert. Alle Analogen und ISDN-Anschlüsse werden abgeschalten. Aus Kundensicht könnte man an dieser Stelle einwerfen, dass so viel Aufwand für das letztlich gleiche Ergebnis doch gar nicht nicht nötig sei. Allerdings bietet Voice over IP einige interessante Vorteile:

 

Telefonieren in HD-Qualität: Da die Sprachübertragung via Internet deutlich besser funktioniert und schneller erfolgt, profitieren Sie bei VoIP von einer erheblich verbesserten akustischen Qualität. Man spricht hier von High-Definition-Telefonie.
Paralleles Telefonieren: einen SIP Account (z. Bsp via DECT), ist es technisch möglich, bis zu fünf Gespräche parallel zu führen. Inwieweit dies mit Ihrem Account möglich ist, ist abängig von Ihrem Produkt.
Mehrere Rufnummern: Auch dieser Punkt war lange ISDN-Nutzern vorbehalten. Mittels VoIP können Sie nicht nur eine Rufnummer an Ihrem Anschluss nutzen. In Ihren Vertragsunterlagen erfahren Sie, wie viele Nummern Ihnen zur Verfügung stehen. 
Smartphones im Festnetz: Wenn Sie Ihre Smartphones mit dem Internet verbunden ist (via WLAN oder LTE), können Sie mit unserem Softphone-App auch Festnetzgespäche abwickeln.
Weniger Verkabelung: Da nur noch eine Leitung vorhanden ist, fällt weniger Verkabelung an. Den grauen Splitter benötigen Sie nicht mehr, sondern verbinden das Kabel von der Buchse an der Wand direkt mit der Internet Modem.

Es wird also deutlich, dass man durch VoIP mehr Möglichkeiten bei der Telefonie besitzt. Aus Sicht der Betreiber ist es auch sinnvoll, da sich der Aufwand hinsichtlich Organisation und Kosten verringert, weil Internet und Telefonie komplett über eine Infrastruktur laufen. Übrigens werden auch analoge Anschlüsse ohne Internetzugang auf VoIP umgestellt. Das passiert allerdings nicht beim Kunden, sondern an einem entsprechenden Verteilerpunkt. Wenn Grossmutter also bald mal wieder anruft, kann es sein, dass sie schon über das Internet telefoniert – und davon gar nichts weiß.  

Wie funktioniert Internettelefonie?

Vereinfacht ausgedrückt, wird die Sprache zunächst digitalisiert, indem die akustischen Signale bei einem Telefongespräch in Datenpakete umgewandelt und dann im weltweiten Netzwerk weitergeleitet werden. Beim Empfänger angekommen, werden diese Datenpakete vom annehmenden System erkannt und zugeordnet. Schlussendlich wird die Sprache nun wieder in ein analoges Signal für die Wiedergabe durch das Telefon umgewandelt und die Person am anderen Ende kann das Gesprochene verstehen. Ansonsten verläuft ein Telefongespräch ähnlich wie über eine separate Leitung bei einem Analoggespräch: Gesprächsübertragung, Verbindungsauf- und -abbau. 

Damit diese Phasen fehlerfrei ablaufen können, kommt bei der IP-Telefonie meist das Session Initiation Protokoll (SIP) zum Einsatz. Dieses Protokoll bildet den Rahmen der ablaufenden Kommunikation: Sie wollen jemanden anrufen und durch SIP werden die beiden (oder mehr) Gesprächspartner zur gleichen Zeit am gleichen Ort zusammengebracht. Die konkrete Datenübertragung übernehmen dann entweder andere, eigenständige Protokolle oder jene, die in SIP eingebettet sind (z.B. SDP). Jedes davon hat eine andere Aufgabe und alle zusammen sorgen für ein erfolgreiches Gespräch.

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